Private Altersvorsorge in Deutschland setzt massiv auf Immobilien


Obwohl Immobilienpreise extrem gestiegen sind, ist deren Finanzierung aktuell so erschwinglich wie schon lange nicht mehr. Aufgrund extrem niedriger Zinsen erlebt Deutschland einen Neubau-Boom. Experten warnen aber vor einer Preisblase und einer möglichen Zinserhöhung. Die private Altersvorsorge in Deutschland setzt trotzdem massiv auf Immobilienfonds.

Private Altersvorsorge in Deutschland setzt massiv auf Immobilien

Private Altersvorsorge in Deutschland setzt massiv auf Immobilien (Foto: superscheeli)

Immobilien werden im Moment sehr gerne als Altersvorsorge erworben. Der Immobilienmarkt heizt sich immer mehr auf. Experten beschreiben die aktuelle Lage als mehr als „nur angespannt“. Die Preise für Wohnungen und Häuser wachsen vor allem in großen Städten und beliebten Gegenden exorbitant an. Forschungsinstitute warnen schon seit langem vor einer übertrieben Entwicklung der Immobilienpreise. Auch die Bundesbank findet die aktuelle Situation kritisch.

Durch Übertreibung der Preise für Häuser und Wohnungen kann die Bundesbank durch Kreditvergaben andere Banken gefährden. Demnach verlangt der Ausschuss für Finanzstabilität des Bundesfinanzministeriums eine klare Linie und konkrete Handlungen, um Schlimmstes präventiv zu verhindern.

Außerdem muss man der Finanzaufsicht Bafin mehr Rechte zuweisen. Die Bafin könnte zum Beispiel Mindestanforderungen in Immobilienfinanzierungen festlegen. Das wichtige wäre hierbei, dass ein Mindestwert für Eigenkapitalquoten und Tilgungsraten gesetzt wird. Das Ziel ist die Verhinderung von einer Überschuldung und Preisblasen.

Noch sei es nicht nötig, solche Maßnahmen in die Wege zu leiten, schreibt manager-magazin. Allerdings muss man im Fall der Fälle bereit sein. Deswegen muss alles bereit sein, wenn sich zum Beispiel eine Krise andeutet, oder sogar eintritt.

So auch Bafin-Chef Felix Hufeld:

„Wir müssen vorbereitet und handlungsfähig sein, wenn es darauf ankommt, wenn also Risiken akut werden, noch sind wir allerdings nicht im Handlungsmodus.”

Wie kam es zu dieser angespannten Situation?

Preise für Immobilien steigen insbesondere in Großstädten jeden Tag an. Dieser Trend ist schon seit Jahren zu beobachten. Wegen dem geringem Zinsniveau ist die Finanzierung von Häusern und Wohnungen gerade besonders attraktiv. 2014 sind fast 56.000 neue Eigentumswohnungen entstanden. Seit 2001 hat der Wert in dieser Branche kein solches Hoch erlebt.

Aus den Zahlen geht ganz deutlich hervor, dass Wohnungseigentum sehr gerne als private Altersvorsoge angesehen wird. Seit vier Jahren werden jedes Jahr mehr Bauvorhaben fertiggestellt als im Jahr zuvor.

Grund dafür ist ganz klar eine attraktive Immobilienfinanzierung. Das ist auch kein Geheimnis. Deswegen wurden die Zinsen für Hypotheken leicht angehoben. Insgesamt ist es aktuell dennoch sehr günstig für Bauträger und Privatkäufer.

Investoren sollten sich aber nicht zu früh freuen. Jetzt sind die monatlichen Raten vielleicht noch attraktiv, wenn die Zinsen aber angehoben werden, sieht es nicht mehr so rosig aus. Da kann ein Schnäppchen schnell zu einem Verhängnis werden.

Eine Baufinanzierung zieht sich oft über viele Jahre hin. Eine Kalkulation beim Abschließen des Vertrags muss nicht unbedingt am Ende aufgehen. Während der Laufzeit können monatliche Zinssätze ansteigen und auf langer Sicht einen riesen Unterschied machen. Daraufhin kann auch der Preis für die erworbene Immobilie fallen und ein Weiterverkauf gestaltet sich dann schwierig. Käufer haben dann Probleme, monatliche Raten bezahlen zu können.

Also Vorsicht: Wenn man sich in der heutigen Zinslage eine Immobilie kauft, sollte man in der Lage sein, einen Anstieg der Zinsen finanziell zu verkraften. Das muss man sich sehr gut überlegen. Ansonsten wird man Teil derer, die durch unüberlegtes Kaufen, Pleite gehen.