So kann man die Kosten beim Hausbau senken


Wenn Bauherren gut und flexibel planen, dann können sie an einigen Stellen die Kosten beim Hausbau deutlich senken. Einsparmöglichkeiten ergeben sich nicht nur bei der Wahl des Standortes, sondern auch beim Bauplan. Lohnen sich etwa die Baukosten für einen Keller?

Wer beim Hausbau auf die Dachgaube verzichtet, spart genug Geld für eine Einbauküche. (Foto: Taber Andrew Bain)

Wer beim Hausbau auf die Dachgaube verzichtet, spart genug Geld für eine Einbauküche. (Foto: Taber Andrew Bain)

Wir haben kürzlich berichtet, dass einiges dafür spricht, eine bestehende Immobilie zu kaufen, statt selbst ein neues Haus zu bauen. Denn der Hausbau ist nicht nur teuer, sondern auch mit viel Stress verbunden. Doch wer sich dennoch für das Selbstbauen entscheidet und dabei gut und flexibel plant, der kann zumindest an der einen oder anderen Stelle die Kosten senken.

Sparen bei der Lage

Der Preis eines Grundstücks hängt ab von dessen Lage und Größe sowie von den Gegebenheiten vor Ort. Egal ob in der Stadt oder auf dem Land: An irgendeiner Stelle müssen die Bauherren bereit sein, Kompromisse einzugehen. Der Focus zitiert Uta Maria Schmidt von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz:

„Bauherren sollten die Entscheidung, wegen eines großen, aber preiswerten Grundstücks aufs Land zu ziehen, gut abwägen. Die Infrastruktur kann unzureichend und die Fahrt zur Arbeit zu lang und auf Dauer zu kostspielig sein.“

Zudem ist der Wiederverkaufswert eines Hauses auf dem Lande geringer als bei einem Stadthaus, sagt Uta Maria Schmidt und verrät einen weiteren Spartipp: „Vor allem beim Bau von Reihen- und Doppelhäusern lassen sich Grundstücke klein halten.“

Doch wenn das eigene Haus so nah bei den Nachbarn steht, dann müssen die Bauherren auf einen guten Schallschutz achten. Besonders günstig sind auch Erbbaugrundstücke, die von Kirchen oder einigen Kommunen angeboten werden.

Vermeiden versteckter Kosten

Vor dem Kauf eines Grundstückes sollte man das Bodengutachten studieren, sagt Wolfgang Szubin vom Verband Wohneigentum. „Nicht immer liegt das Grundstück auf einer grünen Wiese und hat Mutterboden, auf dem sich gut bauen und ein Garten anlegen lässt.“ Das erhöht die Kosten.

Zudem können auch später noch versteckte Kosten auftreten: „Befindet sich das Grundstück zum Beispiel in Hanglage, kommen Kosten für die Anpassung des Fundaments hinzu sowie eventuell auch für Stützwände und Vorkehrungen zum Ablauf von Wasser“, so Wolfgang Szubin.

Vor dem Kauf muss man auch klären, ob das Grundstück erschlossen ist, ob also Anschlüsse an die Versorgungsleitungen wie Strom, Wasser und Gas sowie an das Kanalnetz gegeben sind. Auch dadurch kann man Kosten vermeiden.

Sparen beim Entwurf des Hauses

„Viele überschätzen sich mit der Größe des neuen Hauses und dem Budget hierfür“, sagt Wolfgang Szubin vom Verband Wohneigentum. Er empfiehlt eine Wohnfläche von 120 bis 140 Quadratmetern für eine vierköpfige Familie. Denn eine kleinere Wohnfläche verringert nicht nur die Baukosten, sondern auch den Energiebedarf.

Wer mehr Wohnfläche möchte, muss mit deutlich höheren Kosten rechnen. Uta Maria Schmidt von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rechnet mit Mehrkosten von rund 1.500 Euro pro Quadratmeter. Sie empfiehlt, beim Bau auf verschenkten Raum durch Flure und Treppenhäuser zu achten.

„Die Kosten sinken ebenfalls, wenn man klare Grundrisse wählt, im Innern auf massive Wände, in der Fassade auf Vor- und Rücksprünge wie Erker und Nischen verzichtet“, sagt Uta Maria Schmidt. Auch Balkone und Dachterrassen kosten viel Geld.

„Wer anstelle einer Gaube ein Dachflächenfenster plant, erwirtschaftet damit schon fast die Einbauküche“, sagt Uta Maria Schmidt. Auch bei der Art des Daches kann der Bauherr einiges einsparen. Satteldächer sind oft günstiger als Walmdächer, und Betondachsteine sind preiswerter als Tonziegel.

Sparen bei Keller und Garage

Statt einer Garage reicht manchmal auch ein deutlich preiswerteres Carport. Statt eines Kellers genügt möglicherweise Stauraum im Haus oder in einer Gartenlaube. Häuser ohne Keller benötigen dann allerdings im Erdgeschoss einen kleinen Hausanschlussraum für die Heizungsanlage. Doch diese Lösung ist insgesamt deutlich günstiger.

„Einen Keller wegzulassen, bedeutet etwa 40.000 bis 50.000 Euro weniger Baukosten“, sagt Wolfgang Szubin vom Verband Wohneigentum. In bergigen Regionen könne ein Keller sogar noch teurer werden.